Aarau im Überblick

Aarau ist eine Stadt, die viele Reisende zunächst nur als Halt auf der Strecke zwischen Zürich, Basel und Bern kennen — und die genau deshalb überrascht. Wer hier aussteigt, findet wenige Gehminuten vom Bahnhof eine kompakte, gut erhaltene Altstadt, einen Fluss, der das Stadtbild prägt, und eine Kulturdichte, die für eine Stadt dieser Grösse bemerkenswert ist.

Wichtig vorweg, weil es immer wieder zu Verwechslungen kommt: Aarau liegt nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz. Es ist der Hauptort des Kantons Aargau in der Nordwestschweiz und gleichzeitig Hauptort des Bezirks Aarau. Die Stadt liegt am rechten Ufer der Aare, am Nordrand des Schweizer Mittellandes und am Übergang zum Jura. Die westliche Stadtgrenze ist zugleich die Grenze zum Kanton Solothurn. Gesprochen wird Deutsch, bezahlt wird mit Schweizer Franken — wer von Deutschland aus anreist, sollte das bei der Reiseplanung bedenken.

Steckbrief: Aarau

MerkmalAngabe
LandSchweiz
KantonAargau
StatusHauptort des Kantons Aargau und des Bezirks Aarau
FlussAare (rechtes Ufer)
Fläche12,34 km²
Höhe384 m ü. M.
Einwohnerrund 22.900 (laut Wikipedia, Stand 31. Dezember 2025)
Lage39 km südöstlich von Basel, 38 km westlich von Zürich, 67 km nordöstlich von Bern (jeweils Luftlinie)
SpracheDeutsch
WährungSchweizer Franken (CHF)

Aarau: Lage und Anreise

Aarau liegt verkehrsgünstig im Dreieck zwischen Basel, Zürich und Bern und ist deshalb ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge in der Nordwestschweiz. Der Bahnhof ist ein Knotenpunkt mit regelmässigen Verbindungen in alle drei Richtungen sowie nach Olten und in den Kanton Solothurn. Vom Bahnhof aus beginnt die Altstadt nicht weit entfernt: Man lässt den modernen Bahnhofsbereich hinter sich und steht schon nach einem kurzen Spaziergang zwischen historischen Gassen, Lauben und kleinen Läden.

Mit dem Auto ist Aarau über die Autobahn gut erreichbar, doch für den Besuch der Altstadt selbst braucht man das Auto kaum. Die Altstadt ist klein, übersichtlich und am besten zu Fuss zu erkunden. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, findet entlang der Aare ebenfalls schöne Wege — die Flusslandschaft lädt zu längeren Spaziergängen und Radtouren ein.

Die Geschichte von Aarau kurz erklärt

Die Geschichte von Aarau beginnt lange vor der eigentlichen Stadtgründung. Schon in der Jungsteinzeit gab es Spuren von Besiedlung in der Gegend, und in römischer Zeit war der Raum ein Verkehrsknotenpunkt mit einem Übergang über die Aare. Die heutige Stadt selbst wurde zwischen 1240 und 1250 von den Grafen von Kyburg auf einem Felskopf über der Aare gegründet. Der Ortsname ist erstmals 1248 als „Arowe” belegt und setzt sich aus dem Flussnamen Aare und dem Wort „Au” für Land am Wasser zusammen.

Im Jahr 1283 erhielt Aarau von den Habsburgern das Stadtrecht. Ab 1415 gehörte die Stadt zu Bern, und nach der Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde sie einer der Tagsatzungsorte der Eidgenossenschaft. Eine besondere Rolle spielte Aarau im Jahr 1798: Von März bis September 1798, im ersten Jahr der Helvetischen Republik, war Aarau die erste Hauptstadt der Schweiz. Seit 1803 ist die Stadt Kantonshauptstadt und damit Verwaltungs-, Handels- und Dienstleistungszentrum des Aargaus. Im Jahr 2010 wurde die Nachbargemeinde Rohr eingemeindet.

Diese Geschichte ist in der Altstadt bis heute ablesbar: an den Mauern, an den Türmen, an den Gassen — und an den vielen Details, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt.

Aarau Altstadt: die Stadt der schönen Giebel

Das Herzstück jedes Besuchs ist die Aarauer Altstadt. Sie steht auf einem Felskopf aus Kalkstein, der auf zwei Seiten steil abfällt und in die Flussniederung des Aaretals vorstösst. Die historische Altstadt bildet ein unregelmässiges Viereck aus vier Teilen, den sogenannten Stöcken. Südlich schliesst sich die Laurenzenvorstadt an, also der Teil, der früher ausserhalb der Stadtmauer lag.

Berühmt ist Aarau für seine bemalten Giebel. Mehr als 70 reich verzierte Dachgiebel — auch „Dachhimmel” genannt — schmücken die Altstadt. Sie zeigen Ornamente, Handwerkszeichen und Familienwappen und haben der Stadt den Beinamen „Stadt der schönen Giebel” eingebracht. Ursprünglich hingen an diesen Giebeln Seilzüge, mit denen Waren in die oberen Stockwerke transportiert wurden. Heute sind die Giebel ein Freilichtmuseum für sich: Wer durch die Altstadt schlendert, sollte immer wieder nach oben schauen, denn die schönsten Details sitzen oft direkt unter dem Dach.

Die meisten Gebäude der Altstadt stammen aus Bauprojekten des 16. Jahrhunderts, als fast alle mittelalterlichen Häuser ersetzt oder erweitert wurden. Die architektonische Entwicklung endete im 18. Jahrhundert, als die Stadt begann, über ihre — bis heute teilweise erhaltene — Mauer hinauszuwachsen. Durch die Altstadt fliesst der Stadtbach, ein im 13. Jahrhundert angelegter künstlicher Wasserlauf, der die Stadt durchquert und nach rund vier Kilometern in die Aare mündet. Entlang des Stadtbachs liegen Geschäfte, Cafés und Restaurants, und die Laubengänge laden auch bei Regen zum Bummeln ein.

Aarau Sehenswürdigkeiten: was man gesehen haben sollte

Das Schlössli und das Stadtmuseum Aarau

Das Schlössli ist das älteste Gebäude der Stadt. Die Turmburg entstand um 1236/37 am Rand eines Siedlungsschwerpunkts und war damit bereits vorhanden, als die Stadt kurz darauf gegründet wurde. Heute ist das Schlössli Teil des Stadtmuseums Aarau. Wer sich für die Geschichte der Stadt und des Kantons interessiert, ist hier genau richtig: Das Museum erzählt, wie aus einer kleinen Kyburg-Gründung eine Kantonshauptstadt wurde, und zeigt, wie das Leben in Aarau über die Jahrhunderte aussah.

Der Obere Turm

Der Obere Turm — auch Obertorturm genannt — stammt aus dem 13. Jahrhundert und steht am südlichen Tor der Stadtmauer, an der Strasse Richtung Luzern und Bern. Er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Aarau und ein guter Orientierungspunkt bei einem Altstadtrundgang. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde im Turm ein Glockenspiel installiert, dessen Glocken von der jahrhundertealten Aarauer Glockengiesserei stammen.

Die Stadtkirche und der Gerechtigkeitsbrunnen

Die spätgotische Stadtkirche prägt das Bild der Altstadt und ist auch auf vielen Fotos von Aarau zu sehen. Vor der Kirche steht der Gerechtigkeitsbrunnen mit einer Justitia-Figur. Der Brunnen wurde 1634 erbaut und 1905 an seinen heutigen Standort vor der Stadtkirche versetzt. Der Kirchenplatz mit Brunnen, Kirche und umliegenden Häusern ist einer der schönsten Plätze der Stadt und ein guter Ort für eine Pause.

Das Rathaus und der Turm Rore

Das Aarauer Rathaus wurde um den Turm Rore herum gebaut. Der Turm diente einst als Sitz des kyburgischen Amtmanns und ist damit ein Stück Verwaltungsgeschichte in Stein. Das Rathaus selbst war im Jahr 1798 Sitz des ersten Schweizer Parlaments — ein Detail, das zeigt, wie zentral Aarau in einem kurzen, aber wichtigen Moment der Schweizer Geschichte war.

Das Aargauer Kunsthaus

Kunstfreunde sollten das Aargauer Kunsthaus nicht auslassen. Es beherbergt die umfassendste Sammlung Schweizer Kunst und zeigt Werke vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Haus verbindet historische Bauten mit einem modernen Erweiterungsbau und hat auch ein Café, das sich für eine Pause zwischen zwei Ausstellungen anbietet. Zusammen mit dem Stadtmuseum und dem Naturama, das sich der Natur und Umwelt des Aargaus widmet, bildet das Kunsthaus das kulturelle Dreieck der Stadt.

Die Kettenbrücke und die Aare

Vom Stadtzentrum aus lohnt sich der Weg hinunter zur Aare. Die Kettenbrücke verbindet die beiden Ufer und ist ein beliebter Aussichtspunkt. Die Aare wird hier durch zwei schmale Inseln in zwei Arme geteilt: westlich der Kettenbrücke liegt die 2,3 Kilometer lange Schacheninsel, östlich davon die 1,9 Kilometer lange Zurlindeninsel. Die Uferpromenade lädt zum Spazieren, Joggen und Radfahren ein, und an warmen Tagen ist das Flussufer einer der lebendigsten Orte der Stadt.

Der Wildpark Roggenhausen

Wer mit Kindern unterwegs ist oder einfach eine grüne Pause sucht, findet im Wildpark Roggenhausen ein beliebtes Ausflugsziel am Stadtrand. In dem weitläufigen Park leben unter anderem Hirsche, Wildschweine und seltene Haustierrassen in naturnaher Umgebung. Der Park lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Wälder rund um Aarau verbinden — rund ein Drittel der Gemeindefläche ist bewaldet.

Was kann man in Aarau unternehmen?

Aarau ist keine Stadt für eine lange Checkliste, sondern für einen entspannten Tag mit vielen kleinen Entdeckungen. Ein guter Tagesablauf sieht so aus: morgens ein Rundgang durch die Altstadt mit Blick auf die bemalten Giebel, mittags ein Besuch im Aargauer Kunsthaus oder im Stadtmuseum, nachmittags ein Spaziergang entlang der Aare bis zur Kettenbrücke und abends ein Essen in einem der Restaurants in den Altstadtgassen.

Darüber hinaus hat Aarau ein reges Kulturleben. In der Alten Reithalle, in der Tuchlaube und im KIFF — einer ehemaligen Futtermittelfabrik, die heute als Kulturort dient — finden Konzerte, Theater und andere Veranstaltungen statt. Auch am Bahnhof gibt es ein auffälliges Stück Freiluftkunst: die „Wolke” als Wetterschutz auf dem Bahnhofplatz.

Tradition spielt in Aarau ebenfalls eine Rolle. Der Maienzug, das Kinder- und Jugendfest der Stadt, hat eine Tradition von über 400 Jahren und gehört zu den wichtigsten Festen im Aarauer Kalender. Dazu kommt der Rüeblimärt, der traditionelle Karottenmarkt in der Altstadt. Wer Aarau zu einem dieser Anlässe besucht, erlebt die Stadt von ihrer lebendigsten Seite — sollte dann aber auch mit mehr Besuchern rechnen.

Zum Einkaufen eignet sich die Altstadt mit ihren kleinen Läden und Lauben ebenfalls. Wer nach dem Altstadt-Bummel weiter stöbern möchte, findet auf urbantrending.de auch allgemeine Shopping-Themen, etwa zu Trachtenmode für Damen (https://urbantrending.de/trachtenmode-fur-damen/) und zur Glamour Shopping Week (https://urbantrending.de/glamour-shopping-week/) — als lose Ergänzung, nicht als Aarau-spezifische Einkaufsführer.

Aarau Wetter und beste Reisezeit

Aarau liegt in der gemässigten Klimazone. An der nächstgelegenen Messstation von MeteoSchweiz in der Nachbargemeinde Buchs beträgt die Jahresmitteltemperatur für die Normalperiode 1991–2020 rund 10,0 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 1,2 Grad, der wärmste der Juli mit 19,4 Grad. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 920 Millimetern, wobei die Sommermonate die niederschlagsreichsten sind.

Für einen Städtetrip sind Frühling und Sommer die angenehmsten Zeiten: Dann lassen sich Altstadt, Aareufer und Parks am besten zu Fuss geniessen. Der Herbst hat seinen eigenen Reiz, wenn die Wälder rund um die Stadt sich verfärben, und im Winter zeigt sich die Altstadt mit ihren Gassen und Lichtern von einer ruhigeren Seite. Eine wetterfeste Jacke lohnt sich in jeder Jahreszeit, denn Westwinde bringen oft Niederschlag, und die Bise — ein Ost- oder Nordostwind — kann auch im Sommer für kühlere Phasen sorgen.

Praktische Tipps für den Besuch in Aarau

Erstens: Plant genug Zeit für die Altstadt ein. Sie ist klein, aber detailreich — wer nur schnell durchläuft, verpasst die Giebel, die Brunnen und die kleinen Gassen. Zweitens: Bequeme Schuhe sind Pflicht, denn die Altstadt hat Kopfsteinpflaster und leichte Steigungen rund um den Felskopf. Drittens: Prüft vor einem Museumsbesuch die aktuellen Öffnungszeiten auf den offiziellen Seiten der Häuser, denn diese können sich saisonal ändern. Viertens: Wer länger bleiben will, kann Aarau gut mit Ausflügen nach Baden, Lenzburg, Olten oder Solothurn verbinden — alle liegen in erreichbarer Nähe und ergänzen einen Aarau-Besuch sinnvoll.

Für Unterkunft und Verpflegung gilt: Rund um den Bahnhof und in der Altstadt gibt es Hotels, Cafés und Restaurants in verschiedenen Preisklassen. Konkrete Preise und Angebote ändern sich häufig — verlasst euch hier auf aktuelle Buchungsportale und die offiziellen Tourismusseiten, statt auf feste Zahlen in einem Reiseführer.

Fazit: Lohnt sich Aarau?

Ja — vor allem für alle, die Schweizer Kleinstädte mit echter Geschichte mögen und keine überlaufene Touristenstadt suchen. Aarau ist kompakt, gut erreichbar, kulturell überraschend vielfältig und mit seinen bemalten Giebeln, dem Schlössli, der Stadtkirche und dem Aareufer auch optisch unverwechselbar. Wer einen Tag zwischen Zürich, Basel und Bern frei hat, macht mit einem Abstecher nach Aarau nichts falsch. Und wer die Stadt schon kennt, findet beim zweiten Besuch fast garantiert noch einen Giebel, eine Gasse oder ein Café, das beim ersten Mal übersehen wurde.

Weitere Informationen zur Stadt, ihrer Geschichte und ihren Sehenswürdigkeiten finden sich bei Wikipedia: Aarau (https://de.wikipedia.org/wiki/Aarau).

FAQ: Häufige Fragen zu Aarau

Wo liegt Aarau?

Aarau liegt in der Schweiz, in der Nordwestschweiz. Es ist der Hauptort des Kantons Aargau und liegt am rechten Ufer der Aare, südöstlich von Basel, westlich von Zürich und nordöstlich von Bern.

Ist Aarau in Deutschland oder in der Schweiz?

Aarau liegt eindeutig in der Schweiz, nicht in Deutschland. Es ist die Hauptstadt des Schweizer Kantons Aargau. Die Verwechslung entsteht vermutlich, weil der Name deutsch klingt und die Stadt nahe an der deutschen Grenze liegt — politisch und geografisch gehört sie aber zur Schweiz.

Wofür ist Aarau bekannt?

Aarau ist vor allem für seine Altstadt mit mehr als 70 bemalten Giebeln bekannt und trägt deshalb den Beinamen „Stadt der schönen Giebel”. Weitere bekannte Sehenswürdigkeiten sind das Schlössli, der Obere Turm, die Stadtkirche und das Aargauer Kunsthaus. Historisch war Aarau 1798 für einige Monate die erste Hauptstadt der Schweiz.

Wie viele Einwohner hat Aarau?

Aarau hat rund 22.900 Einwohner (laut Wikipedia, Stand 31. Dezember 2025). Damit ist Aarau nach Baden die zweitbevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons Aargau.

Was sollte man in Aarau unbedingt sehen?

Unbedingt sehen sollte man die Altstadt mit ihren bemalten Giebeln, das Schlössli mit dem Stadtmuseum, den Oberen Turm, die Stadtkirche mit dem Gerechtigkeitsbrunnen und das Aargauer Kunsthaus. Dazu gehört ein Spaziergang entlang der Aare und über die Kettenbrücke.

Wie kommt man nach Aarau?

Aarau ist mit der Bahn gut erreichbar, mit regelmässigen Verbindungen nach Zürich, Basel, Bern und Olten. Vom Bahnhof aus ist die Altstadt in wenigen Gehminuten erreichbar. Mit dem Auto ist die Stadt über die Autobahn angebunden; die Altstadt selbst erkundet man am besten zu Fuss.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Aarau?

Frühling und Sommer eignen sich am besten für Altstadtspaziergänge und Ausflüge ans Aareufer. Auch der Herbst ist reizvoll, und im Winter zeigt sich die Altstadt von einer ruhigeren Seite. Traditionelle Anlässe wie der Maienzug und der Rüeblimärt sind besondere, aber auch gut besuchte Termine.

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